JA zur Individualbesteuerung – für mehr Fairness im Steuersystem

Die FDP.Die Liberalen Kanton Schwyz trafen sich am 15. Januar zur Delegiertenversammlung bei der Schreinerei Schürpf GmbH in Seewen. Im Zentrum standen die Parolenfassungen zu den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen vom 8. März 2026. Ergänzt wurde der Abend durch ein Grusswort der FDP Schweiz sowie einen Einblick in ein innovatives Schwyzer KMU.

Kantonalpräsident Urs Rhyner eröffnete die Versammlung mit klaren Worten, dass freiheitliche Errungenschaften, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeiten seien. Gerade in bewegten Zeiten brauche es klare Haltungen, Verantwortung und eine liberale Politik, die langfristig denkt und nicht kurzfristigen Stimmungen folgt. Im Anschluss richtete Fabian Ab Yberg, Vizepräsident der Ortspartei Schwyz, ein Grusswort an die Delegierten. Reto Schürpf, Geschäftsführer der Schreinerei Schürpf GmbH, stellte den Betrieb vor und zeigte auf, wie das traditionsreiche Unternehmen mit Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und einer gesicherten Nachfolgeregelung erfolgreich in die Zukunft geführt wird. Ein besonderes Gewicht erhielt der Abend durch das Grusswort von Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin und Co-Präsidentin der FDP Schweiz, die die Bedeutung liberaler Reformprojekte für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz unterstrich.

Parolenfassungen zu den eidgenössischen Vorlagen

Im Zentrum der Delegiertenversammlung standen die Parolenfassungen zu den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen vom 8. März 2026. Zur Volksinitiative «Ja zu einer unabhängigen, freien Schweizer Währung mit Münzen und Banknoten (Bargeld ist Freiheit)» sprach sich die FDP Kanton Schwyz klar gegen die Initiative aus. Kantonsrat Josef Schuler machte deutlich, dass das Anliegen zwar berechtigt sei, die Initiative jedoch zu weit gehe: «Bargeld ist wichtig und soll gesichert bleiben – dafür braucht es aber keine unnötige Verfassungsfixierung.» Die Delegierten lehnten diese deutlich ab. Gleichzeitig unterstützten sie den direkten Gegenvorschlag des Bundesrates, der die Bargeldversorgung sichert, ohne die Verfassung unnötig zu verengen.

Die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!» fand bei den Delegierten eine klare Mehrheit. Die FDP Kanton Schwyz sprach sich mit 44 Ja, 13 Nein und 1 Enthaltung für eine Senkung der Haushaltsabgabe und eine Entlastung der Unternehmen aus.

Noch deutlicher fiel das Verdikt zur Klimafonds-Initiative «Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik» aus. Fraktionspräsident Sepp Marty warnte vor milliardenschweren Zusatzfinanzierungen ausserhalb der Schuldenbremse und vor neuen Steuerbelastungen für den Mittelstand. Die Delegierten lehnten zusätzliche Schulden und neue Abgaben ab und setzt stattdessen auf bestehende Klimagesetze und marktwirtschaftliche Instrumente. Die Initiative wurde einstimmig abgelehnt.

Ein zentrales liberales Anliegen stellte die Individualbesteuerung dar. Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin und Co-Präsidentin der FDP Schweiz, ordnete die Vorlage ein und betonte, dass es sich dabei nicht um eine neue Steuer, sondern um die Korrektur eines bestehenden Ungleichgewichts handle. Heute würden insbesondere verheiratete Paare mit zwei Einkommen steuerlich benachteiligt, was falsche Anreize setze und dazu führe, dass sich zusätzliche Erwerbsarbeit – häufig von Frauen – finanziell kaum lohne.

Die Individualbesteuerung sorge für mehr Fairness und Transparenz, da jede Person unabhängig vom Zivilstand nach ihrer eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besteuert werde. Entgegen der verbreiteten Kritik entstehe dadurch keine zusätzliche Bürokratie: Bereits heute würden die Einkommen beider Ehepartner separat erfasst, und die Steuerveranlagung erfolge weitgehend digitalisiert. Langfristig könne der administrative Aufwand sogar sinken, da komplexe Sonderregelungen sowie aufwendige Anpassungen bei Heirat, Scheidung oder Wiederverheiratung wegfielen.

Die Delegierten unterstützten das Bundesgesetz mit Überzeugung und unterstrichen damit, dass die Individualbesteuerung ein pragmatisches Reformprojekt ist, das Eigenverantwortung stärkt, Arbeit attraktiver macht und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt – ohne neue Belastungen für den Mittelstand zu schaffen.